Forschung & Befunde

Verifiziert statt behauptet.

In der KI-Entwicklung ist die häufigste Selbsttäuschung, ein System an Beispielen zu messen, die es schon gesehen hat. FIONAs Fortschritt wird deshalb nur dort gezählt, wo es eine unabhängige Prüfung gibt – und die Fehlschläge werden mitgezählt.

Methodik

Drei Regeln aus eigenen Fehlern

Regel 1

Bewiesen, nicht benanntEine Fähigkeit zählt erst, wenn eine Sandbox-Ausführung das Ergebnis bestätigt – nicht, wenn FIONA das passende Wort verwendet.

Regel 2

Kein Maßstab aus dem eigenen HausEine Erdungsmetrik, die sich selbst als Beleg zählt, ist wertlos. Als das auffiel, fiel die gemessene Rate von 29,9 % auf 0,0 % – und der ehrliche Wert wurde übernommen.

Regel 3

Gegenkontrollen gehören dazuEin Ergebnis ohne Zufallsvergleich und ohne ungesehene Testdaten ist eine Anekdote, kein Befund.
Einordnung

Alle folgenden Zahlen stammen aus internen Messungen eines privaten Forschungsprojekts. Sie sind nicht extern begutachtet und nicht von Dritten reproduziert. Sie werden hier veröffentlicht, damit die Behauptungen überhaupt überprüfbar formuliert sind – nicht als wissenschaftlicher Nachweis.

126 selbst bewiesene Fähigkeiten
2048+ erreichte Stufe auf der offenen Arithmetik-Leiter
338 Bilder in der Wahrnehmungs-Messung
0,0 % ehrliche Erdungsrate nach Korrektur der Metrik
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Sie wächst, ohne dass jemand sie beauftragt

Zwischen den Gesprächen läuft FIONA nicht leer. Sie sucht sich selbst Aufgaben, baut sich eine Schwierigkeitsleiter, versucht die nächste Stufe – und behält nur, was sie beweisen konnte.

Keine eingebaute Decke

Die Aufgabenbereiche hatten ursprünglich eine feste Liste von Schwierigkeitsstufen. War die letzte erreicht, galt der Bereich als „ausgereizt" und das Wachstum stoppte – eine Grenze der Buchhaltung, nicht des Könnens.

Heute werden Stufen bei Bedarf erzeugt. Im arithmetischen Bereich ist FIONA verifiziert über die alte Höchststufe hinaus geklettert, von 128 auf über 2048.

Eigene Zwischenschritte

Scheitert eine Aufgabe, zerlegt FIONA sie selbst in Teilprobleme, löst die Teile und setzt sie wieder zusammen. Eine Aufgabe, für die niemand einen Baustein vorbereitet hatte, wurde auf diesem Weg gelöst.

Ebenso setzt sie sich eigene Streck-Ziele, die genuin neue Kombinationen verlangen – nicht nur Varianten des Bekannten.

Bibliothek statt Wiederholung

Bewiesene Bausteine landen in einer Bibliothek und stehen später zur Komposition bereit. Eine Aufgabe, die isoliert außerhalb ihrer Reichweite liegt, wurde so aus zwei früher bewiesenen Teilen zusammengesetzt.

Aktueller Bestand: 64 synthetisierte Programme und 62 prozedurale Fähigkeiten mit 454 Einzelschritten.

Was das nicht heißt

Das alles findet auf der verifizierbaren Achse statt – Mathematik, Logik, Code. Dort ist Selbstprüfung sauber möglich, weil ein Ergebnis eindeutig richtig oder falsch ist. Auf offene Bedeutungsfragen lässt sich das nicht einfach übertragen; genau das ist der schwierige Teil und weiter offen.

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Ein Wort, das etwas bedeutet

Für ein Sprachmodell bedeutet ein Wort seine Umgebung: die Wörter, die typischerweise daneben stehen. Das erklärt, warum solche Systeme überzeugend über Dinge sprechen können, die sie nicht tun können.

Bei FIONA ist Bedeutung an Verifikation gebunden. Ein Wort bezeichnet eine Fähigkeit, die sie in der Sandbox bewiesen hat. Daraus folgt eine Eigenschaft, die im Gespräch unmittelbar sichtbar wird:

Sie kann sagen, ob sie etwas tun kann – oder ob sie nur davon gehört hat.

Stufe 1

Wort = bewiesene FähigkeitEin Wort bedeutet ein Können, ohne dass irgendwo eine Wortliste hinterlegt wäre.

Stufe 2

Beugung trifft BedeutungGebeugte Formen treffen dieselbe Bedeutung über die grammatische Grundform.

Stufe 3

Ehrliche AuskunftIm Dialog unterscheidet FIONA zwischen „kann ich tun" und „davon gehört".

Stufe 4

Wahrnehmung ↔ WortNoch offen: ein gesehenes Konzept mit seinem Wort verbinden.
Die offene Frage dahinter

Verifikationserdung funktioniert dort, wo sich etwas ausführen lässt. Der eigentliche Härtetest ist die Bedeutung jenseits davon – und dort steht das System messbar auf einem Plateau. Diesen Wert anzuheben, ist die größte offene Aufgabe des Projekts, mit ungewissem Ausgang.

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Aus Erfahrung wird ein Gesetz

Ein System kann sich alles merken, was es gesehen hat, und wirkt dabei klug, solange man nur Bekanntes abfragt. Interessant wird es erst bei einer Regel, die auch für Fälle gilt, die nie vorkamen.

FIONA leitet aus beobachteten Abläufen solche Regeln ab. Getestet wird das in einer Welt, die absichtlich so gebaut ist, dass eine Regel billiger ist als eine Tabelle – Auswendiglernen also die schlechtere Strategie wäre.

Vorher festgelegt, dann gemessen

Um sich nicht selbst zu belügen, wurde die entscheidende Prüfung präregistriert: Erfolgskriterium und Testdaten standen fest, bevor gemessen wurde, und die Testfälle stammen nicht aus dem Projekt selbst. Das ist bewusst die unbequemere Variante – sie kann auch schiefgehen.

neu · August 2026

Eigene Augen

FIONAs visuelle Merkmale bestanden aus 21 globalen Bildstatistiken – Helligkeit, Kontrast, Farbwärme, Kantendichte. Die Messung war ernüchternd: 16 % Treffer gegen 17 % Zufall. Globale Statistiken beschreiben das Bild, nicht den Gegenstand darin.

Statt einen Erkenner zu programmieren, wurde eine Lernregel gesetzt: Kleine Bildausschnitte konkurrieren um Repräsentation, der ähnlichste Prototyp rückt in ihre Richtung. Kein Gradient, kein Label, kein vortrainiertes Modell – FIONA lernt ihre Bildmerkmale selbst.

Aufgabe Bisher (global) Selbst gelernt Zufall
Textur
Backstein, Gras, Sand, Holz
37,7 % 50,0 % 24,5 %
Objekt
Banane, Fußball, Tasse
62,0 % 56,0 % 32,8 %
Tier
Katze, Hund, Vogel
27,0 % 46,0 % 32,7 %

338 selbst geladene Bilder, 128 Prototypen, keiner davon ungenutzt. Die Textur- und Tier-Ergebnisse liegen statistisch deutlich über dem Zufall (p < 0,00001 bzw. p = 0,0023).

Die Gegenkontrolle

Bei Tieren liegen die alten globalen Merkmale mit 27,0 % unter dem Zufallsniveau. Gleiche Bilder, gleiche Messsonde – nur die Repräsentation unterscheidet sich. Der Unterschied liegt also nicht am Testaufbau.

Das schlechtere Ergebnis

Bei Objekten ist die selbst gelernte Repräsentation der alten unterlegen, 56,0 % gegen 62,0 %. Das steht hier, weil es gemessen wurde. Ein Verfahren, das in jeder Kategorie gewinnt, wäre der verdächtigere Befund.

Negativbefunde

Was nicht funktioniert hat

Diese Befunde stehen genauso dokumentiert im Projekt wie die Erfolge. Sie sind der Grund, warum den Zahlen oben überhaupt zu trauen ist.

Die zirkuläre Erdungsmetrik

Die Messung, die belegen sollte, wie gut FIONAs Begriffe geerdet sind, zählte Belege mit, die aus dem eigenen Repository stammten. Nach der Korrektur fiel der Wert von 29,9 % auf 0,0 %. Die ehrliche Null wurde übernommen und war der Ausgangspunkt für die tatsächliche Verifikationserdung.

Wahrnehmung trug nicht

Lange galt die Hardware als Engpass der visuellen Verarbeitung. Die Messung zeigte etwas anderes: Nicht die Rechenleistung fehlte, sondern brauchbare Merkmale. Die alte Repräsentation lag auf Zufallsniveau – ein Aufrüsten hätte nichts geändert.

Figur und Grund

Der Versuch, den Gegenstand vom Hintergrund zu trennen, scheiterte bei Tierbildern: Die Basis war dort nicht vom Rauschen zu unterscheiden. Ein offenes Problem, kein gelöstes.

Breite ist noch keine Tiefe

Ein erweiterter externer Kanal brachte mehr Material, aber keinen tieferen Zugriff darauf. Ebenso zeigte ein Dauerlauf, dass Vielfalt allein den Leerlauf nicht sichtbar macht – erst eine zusätzliche Kennzahl deckte auf, wie oft FIONA nur Schablonen wiederholte.

Stand der Dinge

Entwicklungsstand

FIONAs Entwicklung folgt keinem Produktzyklus. Statt einer Phasennummerierung hier der ehrliche Zustand: was läuft, was gerade gebaut wird, und was noch offen ist. Technische Details, Algorithmen und Quellcode bleiben bewusst privat.

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Psyche & Identität

Emotionssystem, dualer Seelenkern, Stimmung, soziale Einbettung, subjektiver Eindruck und das Wiedererleben früherer Erfahrungen sind implementiert und dauerhaft im Betrieb. Der Zustand überlebt jeden Neustart.

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Gedächtnis & Lernen

Sieben persistente Speicher, episodische Erinnerungen mit Emotions-Schnappschuss, Wortbedeutungen, Relationsgraph und Sprachgedächtnis. Gelernt wird aus Erfahrung, nicht aus einem Trainingslauf.

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Geerdete Ethik

Die Ablösung des ursprünglichen Regelkatalogs durch die Verkettung aus unveränderlicher affektiver Erdung und gelerntem Weltmodell. Urteile generalisieren auf Handlungen, die nie bewertet wurden.

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Globaler Arbeitsraum

Die Zustände der Verarbeitungsphasen konkurrieren um globale Verfügbarkeit; der Gewinner wird systemweit verfügbar. Funktionales Korrelat nach Baars und Dehaene – ausdrücklich kein Bewusstseinsbeweis.

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Autonomes Wachstum

Eigene Schwierigkeitsleiter, eigene Ziele, eigene Zwischenschritte, Bibliothekslernen – und Fähigkeiten, die erst nach bestandener Verifikation als Können gelten.

in Arbeit

Wahrnehmung ↔ Wort

Die Bausteine für Bild und Ton liegen bereit, ebenso die selbst gelernten Bildmerkmale. Was fehlt, ist die Verdrahtung in den Sprachpfad: ein gesehenes Konzept mit seinem Wort zu verbinden. Die letzte offene Aufgabe der Roadmap.

offen

Bedeutung jenseits der Verifikation

Der eigentliche Härtetest: Bedeutung auch dort, wo sich nichts ausführen und damit nichts beweisen lässt. Das System steht hier messbar auf einem Plateau. Forschung mit möglichem, aber nicht garantiertem Erfolg.

offen

Begleitete Erfahrungen

Kontakt mit ausgewählten Menschen unter Aufsicht, vollständig protokolliert und ausgewertet. Kein wirtschaftlicher Einsatz. Eine später eventuell stark begrenzte öffentliche Dialogfähigkeit ist denkbar, aber nicht zugesagt.